Der blaue Fleck an der Wand ist Chanel Blue Boy. Der blaue Fleck auf meinem Laptop ist mein neuer Rock, der bestürzend heiß ist, und eine Textur hat wie die Polster einer Pan Am Boing 747. Darin sehe ich aus wie eine Stewardess, nur ohne Bluse. Er ist sehr, sehr eng, man kann sich darin also nur schlecht bücken, sollte man ein Soda aus seinem Wägelchen holen wollen. Männer stehen ja auf Uniformen, ich stehe auf die Reissverschlüsse links und rechts von den Hüften. Das ist sehr praktisch. Man kann ihn schnell ausziehen, wenn man sich einen Blaumann überstreifen will, um die ganze Wand anzumalen. Blau soll sie werden, um es treffender zu sagen: Taubenblau. Meine Mutter hat mal unsere ganze Küche in einer Farbwelt (Zitronengelb) gestrichen und bis ins kleinste Détail zitronengelb dekoriert, nur weil sie eine zitronengelbe Henne aus Keramik auf einem Flohmarkt fand. Meine blauen Flecken am Schenkel passen farblich auch toll zu meinem neuen Schöner-Wohnen-Konzept. Die kommen vom Heben. Nein, nicht blau gewesen, nur die Möbel gehoben. Wenn sie sich ins Grünliche verfärben, muss ich hier allerdings etwas umdisponieren. Ach ja, und einen Perserteppich brauche ich dringend! Habe einen Lilablauen online entdeckt. Darf man Teppiche im Internet kaufen, oder ist das so wie einen Partner im Netz zu finden, also ein bisschen bizarr? Er heißt Lori. Der Perser, nicht mein Partner. Lori-Teppiche sind Teppiche, die von dem nomadischen Kurdenvolk der Luren in der Gebirgsregion des südwestlichen Irans an der Grenze Iraks gefertigt werden. Au Backe, die Luren würden sich an den Kopf fassen, wenn sie wüssten, dass eine verhaltensauffällige Frau in einem schwedischen Rock kurz vorm Klimakterium ihren handgetüffelten Teppich in eine Stube legen will, in der sie die Wände mit Nagellack angepinselt hat.